Im Herzen des Allgäus

Mit dem Motorrad unterwegs im Allgäu © moppetfoto

Übersichtskarte D Süden Tour2Das Herz des Allgäus ist das perfekte Kontrastprogramm zu den Weiten des Bodensees. Hier hat Gemütlichkeit Vorfahrt, hier ticken die Mopeduhren frei von Hektik und Unruhe.

Immenstadt, nicht zu verwechseln mit Immenstaad am Bodensee, ist eine sehenswerte Stadt, die sich mit dem Zusatz „im Allgäu“ von jeglicher Verwirrung befreit. Ein idealer Ausgangsort für unsere Tour in das Ober- und Westallgäu, die morgens zunächst mit einem Kurzbesuch im naheliegenden Oberstdorf startet. Der südlichste Ort Deutschlands besitzt als heilklimatischer Kneipp-Kurort eine schöne Fußgängerzone sowie zahlreiche historische Bauwerke.
Und gleich im Süden ein landschaftliches Kleinod, das auf keiner Erkundung fehlen darf: die Sackgasse ins Kleinwalsertal. Das gehört zwar offiziell zu Österreich, besitzt aber keinerlei direkte Verkehrsanbindung in die Heimat. Sein Name stammt übrigens von der Volksgruppe der Walser, die im 13. Jahrhundert aus dem Schweizer Wallis übersiedelten und das hoch gelegene Kerbtal urbar machten.Banner kurvige zeiten ohneJahreszahl B 290 px H 258 px

Der Riedbergpass mit 1.420 m Höhe zählt zu den wenigen echten Pässen Deutschlands und ist ein beliebtes Kurvenrevier der Allgäuer Motorradfahrer. Nahe dem Scheitelpunkt der Strecke bei den Häusern von Grasgehren liegt der auch bei Bikern beliebte Boxenstopp „Grasgehren-Hütte“. Via Balderschwang, dem höchst gelegenen Ferienort Deutschlands queren wir anschließend die Grenze nach Österreich und schwingen durch den herrlichen Bregenzerwald über Teile der Vorarlberger „KäseStraße“. Die Region besitzt die am besten erhaltene Alpsennerei-Struktur Österreichs, über 45 Millionen Liter Milch werden jährlich zu rund 4.500 t Käse verarbeitet.

Über Wangen und seine malerische Altstadt erreichen wir Kißlegg an der Oberschwäbischen Barockstraße, ein sehenswertes bauliches Kleinod. Mit ganz und gar weltlichen Genusszutaten, wie der Edelweißbrauerei Farny, dem legendären Erfinder des kristallklaren Weizenbieres. Ein echter Genuss für den Ausklang dieses Tourentages – vielleicht habt Ihr ja im Topcase ein Plätzchen frei.

Memmingen, die Stadt der Tore, Türme und Giebel ist das nördliche Tor zum Allgäu. Zirkelt Euer Moped Richtung Roß- oder Weinmarkt, sucht dort einen Parkplatz und streift zu Fuß eine Runde umher. Es lohnt sich. Die Altstadt Memmingens mit ihren vielen Plätzen, Bürger- und Patrizierhäusern, Palästen, immerhin zehn Toren und Türmen sowie ihrer gut 2 km langen Stadtmauer, gehört zu den am besten erhaltenen Altstädten Süddeutschlands.
Da muss sich Kempten im Herzen des Allgäus trotz seines romantischen Rathausplatzes doch ein wenig anstrengen, unsere Gunst zu gewinnen. Durch Nesselwang und Pfronten geht es zu guter Letzt über die immergrüne Grenze mitten hinein in das malerische Tannheimer Tal, einem der schönsten Gründe, auch bei dieser Reise über den berühmten „Tellerrand“ hinauszuschauen.

Die kurvenreiche Talstraße führt uns direkt zum letzten Pass dieses Tages: dem Oberjoch. Das 1.150m hoch gelegene Joch führt in beschaulichen Kehren und panoramareichen Kurven hinunter nach Bad Hindelang und ist der bekannteste Bikertreff des Allgäus. Am großen Parkplatz unterhalb des Luftkurortes Oberjoch mit Blick auf die schönsten Applauskurven des Passes treffen sich vor allem am Wochenende Motorradfahrer aus allen Himmelsrichtungen nicht nur zum Sundowner samt lockeren Benzingesprächen.

Text und Fotos © Heinz E. Studt

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